KfW 40 vs. QNG 40: Was ist der Unterschied — und was bedeutet das für Kapitalanleger?

KfW 40 und QNG 40 beschreiben zwei verschiedene Dinge: KfW 40 ist ein Energiestandard — QNG 40 ist ein Qualitätszertifikat. Für Kapitalanleger ist der Unterschied entscheidend, weil die steuerliche Sonder-AfA nach § 7b EStG ausschließlich an das QNG-Zertifikat geknüpft ist, nicht allein an den KfW-Energiestandard.

Die Verwechslung ist verbreitet. Sie kostet im Zweifel mehrere zehntausend Euro an entgangenen Steuervorteilen — über die Laufzeit einer Kapitalanlage kein Kleingeld.

Was ist KfW 40?

KfW 40 beschreibt einen Energieeffizienzstandard für Gebäude. Die Zahl „40" steht für den maximalen Jahres-Primärenergiebedarf: Ein Gebäude nach KfW-40-Standard darf nicht mehr als 40 % des Primärenergiebedarfs verbrauchen, den ein vergleichbares Referenzgebäude nach Gebäudeenergiegesetz (GEG) benötigt.

In der Praxis bedeutet das: sehr gute Dämmung, effiziente Haustechnik, oft Wärmepumpe oder Fernwärme. KfW-40-Gebäude erfüllen damit den Energieeffizienzhaus-40-Standard (EH 40) — den aktuell anspruchsvollsten Neubaustandard in Deutschland.

Die Förderbank KfW macht den EH-40-Standard zur Voraussetzung für ihre Kreditprogramme 297 und 298 (Klimafreundlicher Neubau). Käufer und Bauherren können dort zinsgünstige Darlehen von bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit beantragen.

Wichtig zu verstehen: KfW 40 ist ein technischer Effizienzwert, keine Zertifizierung im eigentlichen Sinne. Ein Energieberater berechnet und dokumentiert ihn — eine unabhängige Stelle prüft und vergibt ihn nicht.

Was ist QNG 40?

QNG steht für Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude. Die „40" dahinter verweist auf den zugrundeliegenden KfW-40-Standard — ein QNG-40-Gebäude erfüllt also sowohl den Energieeffizienzstandard EH 40 als auch die Kriterien des Qualitätssiegels.

Das entscheidende Merkmal des QNG: Es wird von einer akkreditierten, unabhängigen Zertifizierungsstelle vergeben. In Deutschland sind das vor allem DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen), BNB (Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen des Bundes) und NaWoh (Nachhaltiger Wohnungsbau). Diese Stellen prüfen das Gebäude nicht nur auf seinen Energieverbrauch, sondern auf ein breites Nachhaltigkeitsprofil.

Was das QNG im Einzelnen bewertet:

- Ökologische Qualität: CO₂-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus, Primärenergiebedarf, Ressourcenverbrauch

- Soziokulturelle Qualität: Schallschutz, Tageslichtversorgung, Barrierefreiheit, Aufenthaltsqualität

- Technische Qualität: Dauerhaftigkeit der Baukonstruktion, Wartbarkeit

- Prozessqualität: Planung, Bauausführung, Dokumentation

Ein Gebäude kann also den Energiestandard KfW 40 erreichen, ohne das QNG-Zertifikat zu erhalten — wenn es die Nachhaltigkeitskriterien der Zertifizierungsstelle nicht vollständig erfüllt. Umgekehrt gibt es kein QNG 40 ohne den zugrunde liegenden EH-40-Standard.

KfW 40 vs. QNG 40: Die Unterschiede auf einen Blick

Kriterium KfW 40 QNG 40
Was ist es? Energieeffizienzstandard Qualitätszertifikat
Wer legt es fest? KfW / GEG Akkreditierte Zertifizierungsstelle (DGNB, BNB, NaWoh)
Was wird geprüft? Primärenergiebedarf (40 % des Referenzgebäudes) Energie + Ökologie + Soziales + Technik + Prozess
Unabhängige Prüfung? Nein (Energieberater-Berechnung) Ja (externe Zertifizierungsstelle)
Voraussetzung für KfW 297/298? Ja Nein (aber verbessert Förderkonditionen)
Voraussetzung für Sonder-AfA § 7b EStG? Nein Ja — zwingend erforderlich
Mehrkosten beim Bau? Gering Ca. 0,5–1,5 % der Baukosten für Zertifizierung


Warum ist QNG 40 für Kapitalanleger entscheidend?

Hier liegt der eigentliche Kern: Die steuerliche Sonder-AfA nach § 7b EStG — die lukrativste Abschreibungsmöglichkeit für Neubau-Immobilien, die es aktuell in Deutschland gibt — setzt das QNG-Zertifikat voraus.


Konkret: Wer ein QNG-40-zertifiziertes Neubauobjekt erwirbt und vermietet, kann gemäß § 7b EStG in den ersten vier Jahren jeweils zusätzlich 5 % der Bemessungsgrundlage abschreiben. Das ergibt 20 % Sonderabschreibung kumuliert — vollständig kombinierbar mit der regulären degressiven AfA von 5 % p.a. nach § 7 Abs. 5a EStG.

Ein Beispiel: Bei einem Gebäudewert von 400.000 Euro und einem Steuersatz von 42 % ergibt sich allein aus der Sonder-AfA eine Steuerersparnis von rund 33.600 Euro in vier Jahren (20 % × 400.000 € × 42 %). In Kombination mit der degressiven AfA steigt die Gesamtersparnis auf über 55.000 Euro im gleichen Zeitraum.

Ein Gebäude mit KfW-40-Standard, aber ohne QNG-Zertifikat, hat keinen Anspruch auf diese Sonderabschreibung.


Kann ein Gebäude KfW 40 haben, aber kein QNG?

Ja — das ist häufiger als viele denken.


Ein Bauträger kann ein Gebäude auf EH-40-Standard errichten und damit die KfW-Förderung (Programm 297/298) für Käufer zugänglich machen. Wenn er aber auf die QNG-Zertifizierung verzichtet — sei es aus Kostengründen, Zeitdruck oder fehlender Planung — erhalten die Käufer dieses Objekt ohne § 7b-Berechtigung.


Für Kapitalanleger bedeutet das: Die Frage beim Immobilienkauf ist nicht nur „Ist es ein KfW-40-Haus?" sondern immer auch: „Hat es das QNG-Zertifikat, und kann ich dieses nachweisbar vorliegen lassen?"


Das QNG muss bis zum Zeitpunkt der Fertigstellung (oder spätestens im Folgejahr des Erwerbs) vorliegen. Nachträgliche Zertifizierungen werden steuerlich nicht anerkannt.


Wie erkenne ich ein QNG-zertifiziertes Objekt?


Seriöse Bauträger und Verkäufer weisen das QNG-Zertifikat aktiv aus — in den Kaufunterlagen, im Energieausweis-Begleitdokument oder auf Anfrage durch Vorlage der Zertifizierungsurkunde der ausstellenden Stelle.


Vier Dinge sollten Sie vor dem Kaufvertrag klären:

1. Liegt das QNG-Zertifikat vor — oder ist es nur angekündigt?

2. Von welcher Zertifizierungsstelle wurde es ausgestellt?

3. Welches Datum trägt der Bauantrag — muss nach dem 1. Januar 2023 gestellt worden sein (Voraussetzung § 7b EStG)

4. Welche Bemessungsgrundlage gilt — maximal 4.000 Euro pro m² Wohnfläche nach § 7b EStG


Fazit: Was bedeutet das für Ihre Investition?


Wer als Kapitalanleger von den maximalen Steuervorteilen profitieren möchte, kommt um ein QNG-zertifiziertes Objekt nicht herum. KfW 40 allein genügt nicht.


Das QNG-Siegel schützt zudem vor dem Erwerb von Objekten mit nur oberflächlich gutem Energiewert, aber schwachen Qualitätsstandards in anderen Bereichen. Es ist damit nicht nur Steuervoraussetzung, sondern auch ein Qualitätsindikator, der das Investitionsrisiko reduziert.

Der Markt für QNG-40-Objekte wächst. Bauträger haben verstanden, dass das Zertifikat ein starkes Verkaufsargument ist — wegen der Förderkonditionen und der steuerlichen Vorteile für Käufer.


Wir bei Busch Finanzdienstleistungen nehmen ausschließlich QNG-zertifizierte Objekte in unser Portfolio auf und begleiten Sie von der ersten Kalkulation bis zum Notartermin.


Welche Objekte mit QNG-40-Zertifizierung aktuell verfügbar sind und wie sich die Steuervorteile in Ihrer persönlichen Situation auswirken — das besprechen wir gerne in einem unverbindlichen Gespräch.

Alle Angaben zum Steuerrecht beziehen sich auf den Stand Mai 2026. Steuerliche Regelungen können sich ändern. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Bitte konsultieren Sie einen Steuerberater für Ihre persönliche Situation.

Quellen: § 7b EStG (Jahressteuergesetz 2022), § 7 Abs. 5a EStG, KfW-Merkblatt Klimafreundlicher Neubau (Programm 297/298), GEG 2023

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Lineare vs. degressive AfA bei Immobilien: Was ist für Kapitalanleger besser?

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